Biodiversität to go

Biodiversität erleben mit ortsbezogenen Spielen – Biodiversität to go (BioDiv2Go)

Biologische Vielfalt ist als Begriff und als generelles Konzept bei vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht unmittelbar geläufig. Die Kenntnis über Arten und Ökosysteme – auch in direkter Umgebung – ist begrenzt, die Sorge um den Verlust der Biodiversität wenig ausgeprägt; ihrem Schutz wird mangels Wertschätzung wenig Bedeutung beigemessen. Häufig fehlt ein persönlicher Zugang zur Naturerfahrung.

Hier setzt das Projekt BioDiv2Go an.
In dem Vorhaben werden mittels moderner Kommunikationsmedien wie Smartphone und Tablets neue spielerische Ansätze entwickelt, mit denen biologische Vielfalt vor Ort besser erlebbar gemacht und ihr Wert vermittelt werden soll. Zentraler Inhalt des Projekts ist die Entwicklung, Erprobung und wissenschaftliche Auswertung ortsbezogener Geogames zur biologischen Vielfalt.
Übergeordnete Ziele sind:

die theoriegeleitete Entwicklung und evidenzbasierte Überprüfung mobiler Informations- und Lernangebote zur Erkundung sowie In-Wertsetzung der biologischen Vielfalt
der Entwurf eines Rahmenmodells für die Gestaltung von motivierenden und wirksamen ortsbezogenen Spielangeboten zur biologischen Vielfalt

Hierzu werden drei verschiedene Geogames mit unterschiedlichem Ortsbezug von der Pädagogische Hochschule Ludwigsburg und der Universität Bamberg konzipiert sowie vom Deutschen Jugendherbergswerk bundesweit umgesetzt.

Geogame I richtet sich an eine breite Öffentlichkeit und soll bundesweit einsetzbar sein. Im Mittelpunkt stehen daher Tier- und Pflanzenarten sowie Ökosysteme, die in Deutschland weit verbreitet sind. Die Teilnehmer werden angeregt, die betreffenden Arten in ihrer Umgebung zu erkunden, vor Ort aufzusuchen und den Fund zu dokumentieren. Grundlage des Spieldesigns bilden wertbestimmende Kriterien (z. B. Gefährdung, Belastbarkeit, Heilwirkung u. a.). Das Spiel wird entweder über eine Online-Plattform mit offenem Zeitrahmen oder von verschiedenen Nutzergruppen gleichzeitig durchgeführt. So können bspw. auch mehrere Familien parallel oder im Wettbewerb zueinander spielen.

Geogame II wird speziell für Hotspot-Regionen entwickelt. Zunächst werden Spiele für fünf Hotspot-Regionen mit standortspezifischen Merkmalen entwickelt und erprobt. Im Mittelpunkt steht das spielerische Erkunden der spezifischen biologischen Vielfalt in Regionen mit einer besonderen Dichte und Vielfalt unterschiedlicher Arten und Lebensräume. Von dem Moment an, an dem die Teilnehmer ihre Beobachtungen mit anderen Nutzern teilen, werden sie vom Informationsträger zum Mitgestalter des Spiels.

Geogame III schließlich wird variabel an spezielle ökologische Gegebenheiten einzelner Regionen und Orte anpassbar sein. Hierfür werden Plattformen entwickelt, mit denen einzelne Bildungsträger das Spiel auf ihre lokalen Gegebenheiten anpassen können. Auch bei dieser Variante können die Nutzer sowohl Informationen erhalten als auch selbst als Spielgestalter in Aktion treten.

Ziel- und Untersuchungsgruppen sind die breite Öffentlichkeit, Jugendliche aus unterschiedlichen sozialen Milieus sowie Familien mit Kindern.

Ähnlich wie beim Geocaching nutzen die Geogames die GPS-Funktionen mobiler elektronischer Endgeräte. Die „Spieler“ erhalten im Spielverlauf spezifische Aufgaben, die sie in der Natur lösen müssen. Sie machen Entdeckungen, erweitern spielerisch-experimentell ihre Kenntnisse und lernen so auch den Wert der biologischen Vielfalt in ihrer Umgebung kennen. Im besten Fall führt dies zu einer Bewusstseins- und Verhaltensänderung.

Der Spielverlauf selbst wird durch eine Software gesteuert. Sie stellt sicher, dass die Spielregeln eingehalten werden. So können Spieler vom Spiel ausgeschlossen werden, wenn sie bspw. in einem Naturschutzgebiet vorgegebene Wege verlassen. Aus didaktischer Sicht eröffnet die Software-Unterstützung zudem neue Formen des gemeinschaftlichen Lernens, wie z. B. das Teilen und wechselseitige Kommentieren von Informationen und Fotos.
Die Projektpartner

Die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg entwickelt die fachdidaktischen Gestaltungsrichtlinien für die Erkundungs- und Lernaktivitäten an den jeweiligen Orten. Ihr obliegt das Projektmanagement sowie die Entwicklung, Programmierung und Implementierung von Geogame III. Zu ihren weiteren Aufgaben zählen die wissenschaftliche Evaluation und Schulung der beteiligten pädagogischen Mitarbeiter der Jugendherbergen.

Die Universität Bamberg entwickelt das Spielkonzept, übernimmt die Programmierung der Spiel-Software und ist verantwortlich für den Aufbau einer Datenbank zu den wertbestimmenden Faktoren von Organismen sowie die Entwicklung der Spielvarianten Geogames I und II.

Das Deutsche Jugendherbergswerk (Hauptverband) ist Umsetzungspartner des Verbundprojekts. An ausgewählten Jugendherbergsstandorten, insbesondere solchen, die bereits eigene Aktivitäten zur biologischen Vielfalt durchführen, werden die Spielkonzepte erprobt und evaluiert. Der Verband ist außerdem zuständig für die begleitende Öffentlichkeitsarbeit und die Veröffentlichung der wissenschaftlichen Projektergebnisse.

(Quelle: www.biologischevielfalt.de)

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