Biologische Vielfalt auf Sportanlagen

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Am Beispiel SV RW Viktoria Mitte 08 e.V. und SC Minerva 1893 wurden in dem Modellprojekt Sport Bio Diversität Sportanlagen nach biologischer Vielfalt betrachtet und umgestaltet.

Ein wichtiger Faktor war die Zusammenarbeit mit Organisationen aus der Umwelt mit dem Sport. Akteure sind die Sportvereine RW Viktoria Mitte 08 e.V. und SC Minerva 1893, die Umweltinitiative Grüne Liga e.V. und das Stadtgärtnerprojekt Mauergarten. Die Sportvereine sind ansässig in den Bezirken Mitte und Wedding. Alle Mitglieder der Sportvereine, befreundete Familien sowie alle Kiezbewohner waren eingeladen daran teilzunehmen.

Folgende Punkte sind umgesetzt worden:
1.Eine Bestandsaufnahme mit allen Beteiligten (siehe Handout Bestandsaufnahme)
2.Eine Planung der Gestaltung in Absprache aller Beteiligten
3. Die aktive Umsetzung: Reinigen, Gärtnern, Pflanzen, Wiederherstellen der Naturflächen, Ergänzungen in der Natur: wie z.B. Hängung von Vogelhäusern , Umweltbildung während des Projektes auf den Sportanlagen und der Umgebung.
4. Evaluieren und Nachhaltigkeit

Handout Kräuter in Bewegung SportBioDiversitaet auf Sportveranstaltungen
Folgende Module sollen das Projekt kurz skizzieren.

1.Modul: Lebensraum Sportanlage
2.Modul: Regionale Strategie der Biologischen Vielfalt
3.Modul: Pflanzen + Tiere im Blick
4.Modul: Eine Sportanlage im Biol. Kreislauf gestaltet
5.Modul: Lernort Sportanlage

Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum 2011-2020 zur UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen. Durch die Dekade sollen mehr Menschen für den Erhalt der biologischen Vielfalt sensibilisiert werden. Das gesellschaftliche Bewusstsein für den Wert der biologischen Vielfalt und die Verantwortung für deren Schutz und nachhaltige Nutzung soll gefördert werden. Dabei werden alle Flächen der Erde betrachtet und ganz besonders die die vom Menschen genutzt werden. Das Modell Projekt Sport Bio Diversität zeigt anhand eines aktiven Beitrages, im Rahmen des Wettbewerbs des DOSB „Sport bewegt – biologische Vielfalt erleben“, die Biologische Vielfalt in Zusammenhang mit Sportanlagen bewusst zu betrachten, diese danach auszurichten und als Lern- und Erfahrungsort für die Menschen zu gestalten.

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1 Modul: Lebensraum Sportanlage

Sportanlagen in Deutschland verfügen insgesamt über eine sehr große Gesamtfläche. Unter Abzug aller Nutz- und sportlichen Nebenflächen, ergibt sich geschätzt eine ungenutzte Fläche von ca. 10-20 %, die der biologischen Vielfalt zur Verfügung stehen könnten. Diese Flächen sind, gerade im städtischen Raum, wie hier am Beispiel Berlin, oftmals ein sich selbst überlassenen Ort.

Sportplätze sind in unserer urbanisierten Landschaft teilweise noch die einzigen „Groß Flächen“, die den Schein von Freiraum bieten. Dabei bildet Sport heutzutage ein verlässliches Bindeglied und steht als Kommunikator zwischen allen Bildungsgruppen und sozialen Schichten. Sportvereine sind nicht nur Anbieter von Sport, sondern auch Bildungsanbieter und Identifikationsort. Daher macht es Sinn die Anlagen als erweiterten Lern- und Lebensort zu gestalten.

Ziel des Modellprojektes ist, Sportlerinnen und Sportler, deren Familien und Nachbarn für dieses Thema zu sensibilisieren sowie innovative Impulse zum Schutz der Natur zu geben. Über den Sport lässt sich das Thema biologische Vielfalt in das Alltagsleben der Menschen transportieren und das gesellschaftliche Bewusstsein stärken. Die dazugehörige Website ist eine interaktive Internetplattform. Sie lädt dazu ein, die Aktionen und Workshops sowie die Entwicklungen auf den Sportplätzen zu beobachten, sich auszutauschen und neue Impulse darzustellen.

Handout Kräuter in Bewegung SportBioDiversitaet auf Sportveranstaltungen
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2. Modul: Regionale Strategie der Biologischen Vielfalt

Im Ballungsraum Berlin bieten Sportanlagen eine sehr gute Möglichkeit biologische Vielfalt einzubeziehen, zählt sie doch mit seiner Vielfalt an Sportanlagen als „Sportstadt“. Dabei muss jede Anlage individuell durch Experten der Naturinitiativen und Beteiligte des Sports und der Politik betrachtet werden.

Der Lebensraum Sportanlage kann aufgeteilt werden in Nutz-, Neben-, und Brachflächen:
1.Sportliche Nutzfläche, meist Kunstrasen
2.versiegelte Funktionsnutzflächen, wie Kabinen, Fahrradständer usw.
3.Teils versiegelte Wegestrecken
4.Nicht versiegelte Randflächen

Eine Vegetationsverwendung wurde vorgenommen: Ziel hierbei ist die innerstädtische Sportanlagenverwendung neu zu interpretieren und individuelle Entwicklungen in zukünftiger „moderner“ Stadt- und Sportentwicklung frei ausprägen zu lassen.
+ Gesamtbetrachtung aller Flächen nach Bebauung und Umfeld
+ Erstellung von Pflanzplänen nach Einbeziehung aller Interessen
+ Räumliches Gestalten mit Gehölzen und Nutzpflanzen.
+ Detaillierung der Pflanzpläne nach verschiedenen Gestaltungsmerkmalen, Standorteinschränkungen und der Angemessenheit der Pflanzung im größeren planerischen Zusammenhang.
+ Umsetzung der biol. Vielfalt auf Sportanlagen mit fachlicher Begleitung.

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2. Modul: Regionale Strategie der Biologischen Vielfalt

Ziel der Umwandlung nach biologischer Vielfalt:
+ Zusammenführung der Natur-Flächen im Bezirk Brunnenviertel, um die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten bzw. vermehren.
+ Vermittlung von vertieften Kenntnissen von biologischer Vielfalt auf der Sportanlage und ihrer Umgebung. Dabei speziell auch über Nutzpflanzen und Gehölze, u.a. Artenbestimmung, Lebensbereich, Standort, Verwendung. Zusätzlich auch die Verwendungskriterien bei der Pflanzplanung auf der Sportanlage.
+ Vermittlung der Notwendigkeit zur Erhaltung der vielfältigen Natur für den Menschen.

3. Modul: Pflanzen + Tiere im Blick

Kern des Projektes waren zahlreiche Aktionen und Workshops rund um den Sportplatz, der im urbanen Raum Refugien für viele heimische Tier- und Pflanzenarten bietet. Die Teilnehmer sollen die heimische Natur im Umfeld ihres Sportvereins erleben, entdecken und sich gemeinsam für die Artenvielfalt engagieren. Begleitet wurde dies fachlich durch die Naturinstitutionen Grüne Liga, Mauergärtnern und einem Gartenplaner. Über das Jahr verteilt wurden regelmäßig auf der Sportanlage gegärtnert und Workshops angeboten, die auf unterschiedliche Weise zur Stärkung der biologischen Vielfalt im Bezirk beitragen: Die Umwelt entdecken war dabei im Vordergrund. Kräuter werden gesucht und bestimmt, ein Insektenhotel gebaut, Vogelhäuser gebaut, Fledermausheime gebaut, Marmelade aus Sportplatzkirschen gekocht, essbare Beete angelegt, ökologische Nischen für Tiere und Pflanzen geschaffen und Vieles mehr.

Ziel: Achtung und Aufbau von
> der natürlichen Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten
> der Vielfalt der Lebensräume
> der genetischen Vielfalt innerhalb der Arten

Beispiele der Umsetzung:
8 neue Vogelhäuser, 2 Fledermausheime, Diverse Vogelfutterstationen, Eichhörnchen Stationen, großes Insektenhotel, große Holzhaufen für Kleintiere aller Art, 2 Schmetterlingsbeete, Kräuterbeet, Brennnesselbeet für Larven und vieles mehr.

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4. Modul: Eine Sportanlage nach Biol. Kreislauf gestaltet

Wie genau der biologische Kreislauf auf einer Sportanlage sinnvoll und nachhaltig aufgebaut werden kann, muss durch einen Natur-Experten individuell für jede Anlage bestimmt werden. Erst nach dieser wichtigen grundlegenden Bestandsaufnahme der Flächen sind mit den Beteiligten aus dem Sport und der Gemeinde ein Austausch möglich. Dabei sind auch die Themen des Umweltschutzes zu betrachten:

1.Flächenaufteilung
2.Lage der Sportanlage
3.Die unmittelbare Umgebung
4.Das Engagement der Mitglieder und Freunde
5.Die finanziellen Möglichkeiten
6.Der Gesamtbezug zu anderen ökologischen Themen, wie Energiegewinnung, Ressourcen, Neue Nutzung, Müll, Lärm

Von besonderer Wichtigkeit ist hierbei das Ehrenamt. Die Beteiligung in der Gestaltung seiner Umwelt fördert und stärkt die Identität mit dem Verein und dadurch das Engagement. Das Potential Sportverein kann dadurch nicht nur durch die aktiven Sportler, sondern auch von Familienangehörigen und Freunden bereichert werden.

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5. Modul: Lernort Sportanlage

Von April bis Oktober 2014 wurden Aktionen und Workshops rund um den Sportplatz veranstaltet. Die Sportler und Familien konnten so regelmäßig verschiedenen Themen der Natur und biologischen Vielfalt kennenlernen. Um viele Menschen ansprechen zu können, wurden zusätzlich Künstler eingesetzt, die das Thema Ernährung, Tiere und Natur zum Schwerpunkt nahmen. Beispiele von Bildung durch Sport:
Ein Grüner Tisch führt als regelmäßiger Aktionstag auf dem Sportplatz die Menschen zusammen und dient dem Informationsaustausch zu verschiedenen Themen ( z. B. naturverträgliche Sportausübung, Ökologie, Müllvermeidung, Ernährung etc.).
Eine Green Rallye führt als Sport-Natur-Lehrpfad Kinder und Jugendliche durch ihre Umgebung. Wanderungen und Mannschaftsrallyes wurden umgesetzt.
Auf den Sport-Randflächen wurde regelmäßig gegärtnert, Hochbeete angelegt, essbare Pflanzen zubereitet, Kräuter bestimmt, Naturbotschafter ausgebildet, Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen.

Aktionen und Workshops (Beispiele):
Sportler Drinks – Gesunde Drinks für Sportler: Smoothies mit Wildkräutern
Malen mit selbstgemachter Frucht Farbe auf Toastbrot zum Essen
Führungen-Welche Wildkräuter wachsen wo ?
Handwerk- Bau von Vogelhäusern Eichhörnchen- und Igelheimen
Sport-Natur-Kunst: Malen der Ernährungspyramide mit Künstlern
Bau von Hochbeeten, hämmern, buddeln, säen
Wanderung: Achte auf deine belebte Umwelt
Kochen: Probierbeet: Kräutersuppe kochen und Erdbeersalat machen

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SPORT BIO DIVERSITÄT ist ein Projekt des Landessportbundes Berlin, umgesetzt mit dem Sportverein RW Viktoria Mitte 08 e.V., das an der Schnittstelle von Sport und Naturschutz die biologische Vielfalt unserer Umwelt in den Vordergrund rückt. Ziel ist es, die Gesellschaft für dieses Thema zu sensibilisieren sowie innovative Impulse zum Schutz der Natur zu geben. Über den Sport lässt sich das Thema biologische Vielfalt in das Alltagsleben der Menschen transportieren und das gesellschaftliche Bewusstsein stärken.
Handout Kräuter in Bewegung SportBioDiversitaet auf Sportveranstaltungen
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Ganz besonderen Dank an die Kooperationspartner, die
mauergärtner, allen Kindern und Jugendlichen, Eltern, Freunden, Spendern und den Fördergebern.

Dank an die Schirmherrin
Bezirksstadträtin Sabine Smentek

Redaktion: SV RW Viktoria Mitte 08 e.V. / Janine Gensheimer
Fotos: Andreas Prossliner, Berlin Dezember 2014
www.sport-bio-diversitaet.de

Das Projekt vom Landessportbund Berlin wird mit dem Sportverein Rot Weiß Viktoria Mitte 08 umgesetzt und findet im Rahmen des Förderwettbewerbs „Sport bewegt –Biologische Vielfalt erleben“ des Deutschen Olympischen Sportbundes statt. Dieses Handout gibt die Auffassung und Meinung des Zuwendungsempfängers des Bundesprogramms wieder und muss nicht mit der Auffassung des Zuwendungsgebers übereinstimmen.

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